Amisus

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Mark Ahsmann · Public domain

Amisos ('Αμισός) war die antike Namensform der heutigen türkischen Stadt Samsun (aus ς' 'Αμισόν s' Amison, deutsch ‚nach Amisos‘ bzw. ‚in Amisos‘, daraus griechisch Σαμψούντα Sampsounda) an der Südküste des Schwarzen Meers. Die Stadt erlebte ihre Blütezeit unter der Herrschaft von Mithridates VI. Eupator im 1. Jh. v. Chr. Während dieser Zeit gehörte sie zu den wichtigsten Herstellern von Münzen im Königreich Pontos und Terrakotta-Figuren in Kleinasien.

Geografie

Man nimmt an, dass die antike Stadt Amisos im heutigen Stadtteil Baruthane von Samsun zwischen den Flussdelten von Halys und Iris lag. Die Siedlung entstand ursprünglich auf dem Toraman-Hügel, der etwa 165 m hoch und 2,5 km lang ist. Die Stadt expandierte gegen Westen und Osten. Auf dem Hügel standen die Zitadelle und die Oberstadt. Es wird vermutet, dass dort Beamte, Priester und Reiche gewohnt haben. Gegen die Küste des Schwarzen Meers erstreckte sich die Unterstadt, wo wahrscheinlich das wirtschaftliche Leben stattfand und sich die Agora befand. Überlieferungen erzählen von überfüllten Straßen, Tempeln, öffentlichen Plätzen und Gebäuden. Außerhalb der Stadt lagen der Hafen und die Nekropolis. Von der Nekropolis sind Erd-, Stein- und Felsgräber erhalten. Die Bewohner befestigten ihre Stadt mit Mauern. Gemäß einer Studie soll diese 44 Hektar umfasst haben. Im Lauf der Zeit wurde die Stadt dennoch mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Heute sind nur noch ein paar Überreste der Mauer zu sehen.

Die Stadt wurde durch die natürlichen Hindernisse des Meers und der Flüsse geschützt. Samsun, die heutige Stadt, auf deren Gebiet Amisos wahrscheinlich lag, wird westlich vom Kürtun Çayı und östlich vom Mert Irmaği eingegrenzt. Zwei kleine Bäche, Baruthane Deresi und Karanlık Dere, fließen durch die in den Hügel Toroman Tepe eingeschnittenen Täler. Die beiden Flussbette eignen sich noch heute für den Tonabbau. Damals versorgten die fruchtbaren Flusstäler die Stadt und trugen ihren Teil an den Handelsgütern bei wie auch die nahen Graphit-, Kupfer- und Zink-Minen.

Als einzige Landungsstelle zwischen Sinope und Trapezunt herrschte ein reger Handelsverkehr von Amisos aus über das Schwarze Meer zur Krim und zum Bosporus. Über Töpfereien, die gefunden und verglichen wurden, ist nachgewiesen, dass die Region bereits in der frühen Bronzezeit Verbindungen zu Inseln im östlichen Teil des Ägäischen Meers, Nord-Griechenland und den Regionen des heutigen Bulgariens und Rumäniens hatte. Die Funde zeigen, dass Amisos gleichermaßen Land- und Seewege für seinen Handel benutzte.

Parallel zum Schwarzen Meer liegen die Pontischen Alpen, die den Zugang zum Hinterland erschweren. Im Süden von Amisos verlieren die Alpen an Kontinuität und Höhe und ermöglichen dadurch Zugänge ins fruchtbare Hinterland. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass ein Weg von Amisos nach Mesopotamien durch die Pontischen Alpen geführt hat, ein Teilstück der alten Handelsroute, die manchmal „Bağdat Straße“ genannt wird. Von Amisos aus führten Straßen zu den Städten Amaseia, Cabeira, Eupatoria, Phazemon, Comana, Zela, Sebasteia und Sebastopolis im Landesinneren.

Amisos hatte geographisch alle Voraussetzungen, um eine der wirtschaftlich erfolgreichsten Städte im Süden des Schwarzen Meers zu werden.

Wirtschaft

Die Haupttriebfedern für die Wirtschaft waren das fruchtbare Land um Amisos herum und die Nähe zum Meer. Gräberfunde von Amisos weisen darauf hin, dass bereits im späten 4. Jh./frühen 3. Jh. v. Chr. eine große wirtschaftliche Aktivität stattgefunden hat.

Es ist heute schwierig abzuschätzen, wo die Grenzen des städtischen Einflussbereichs gelegen haben. Im Westen lag das fruchtbare Tal Gazelonitis und im Osten Themiskyra. In der Ebene von Gazelonitis wurden Lämmer für ihre feine Wolle und Gazellen gezüchtet. Die verschiedensten Pflanzen gediehen dort. Themiskyra besaß fruchtbares Land, von dem Strabon erzählt, dass unendliche Mengen an Getreide geerntet werden konnten. Daneben wurden Rinder und Pferde gezüchtet. Im Süden reiften Trauben, Pfirsiche, Äpfel und Nüsse.

Basierend auf archäologischen und geologischen Untersuchungen und zusätzlichen topographischen Aspekten wird vermutet, dass an zehn Standorten Kupfer und an weiteren drei Kupfer, Graphit und Zink abgebaut wurden, deren Erträge möglicherweise nach Amisos geflossen sind. Die vermutlichen Standorte liegen im Südosten von Amisos im Landesinnern, nordöstlich von Tokat. Der Abbau kann zeitlich nicht festgelegt werden. Die reichen Metallvorkommen Kleinasiens sind unbestritten, ebenso wenig wie die Tatsache, dass schon während der Bronzezeit erzhaltiges Gestein abgebaut worden ist. In den Details besteht aber eine Verwirrung vonseiten der Archäologen und Historiker, die auf fehlende lokale Untersuchungen als auch auf dem vernachlässigten Einbezug von geologischen Studien beruht. Qualitativ hochstehende toreutische Denkmäler, die aus Amisos überliefert sind, setzen Bronzewerkstätten voraus und weisen auf den Abbau des Rohmaterials in der Region hin.

In den ersten Jahrhunderten von Amisos wurden die Produkte lokal gehandelt. Ab dem 4. Jh. v. Chr. wurden Erzeugnisse wie Wolle, Getreide, Honig, hochwertiges Bienenwachs und Wein exportiert. Die Stadt exportierte nicht nur landwirtschaftliche Produkte, sondern auch Fische, Salz aus dem Delta des Halys und Halbedelsteine wie Jade. Während der hellenistischen Zeit mit dem Zenit unter der Herrschaft von Mithridates VI. waren Terracotta-Figuren das populärste Exportprodukt.

Steckbrief

Typ
ancient city, polis, archaeological site
Bedeutendes Ereignis
Siege of Amisus

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Koordinaten: 41.319117, 36.323668In Google Maps öffnen

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Quellen

Der Text auf dieser Seite stammt aus: Amisos (de.wikipedia.org), Stand: 29 October 2025

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