Rudabányai bányató
Der Rudabányai Binnensee (Rudabányai-See, seltener Rudabányai Tengerszem) ist ein künstlich entstandener Binnensee in Ungarn, im Außenstollen des ehemaligen Rudabányai Eisenerzbergwerks, im Verwaltungsgebiet Felsőtelek. Einer der tiefsten stehenden Gewässer Ungarns.
Lage
Im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén, nordöstlich der Stadt Rudabánya und südlich der Gemeinde Felsőtelek gelegen. Der Binnensee entstand im Außenstollen des ehemaligen Rudabányai Eisenerzbergwerks an der Stelle, wo die Bergbauteile Vilmos und Andrássy II. aufeinandertreffen. Der See liegt auf Privatgrund, von dem Stadtteil Szuhogy aus über einen Privatweg erreichbar. Neben dem See befindet sich das Gebiet namens Majomsziget, das Rudapithecus-Exponat, einer der wichtigen paläontologischen Fundorte Ungarns, wo 1965 die über 10 Millionen Jahre alte Rudapithecus hungaricus gefunden wurde.
Beschreibung
Die Existenz des Binnensees verdankt sich dem großindustriellen, 1880 begonnenen Eisenerzbergbau. Am 31. Dezember 1985 wurde der Eisenerzbergbau und die Aufbereitung in Rudabánya eingestellt, und in den Jahren 1986–88 wurden die notwendigen Stilllegungs- und Rekultivierungsarbeiten durchgeführt. Die Binnenseen entstanden, nachdem die Förderung und damit das Pumpen der Stollen und Außenstollen eingestellt wurde. Der Binnensee wird nicht von einem Bach oder einem anderen Gewässer gespeist, sein Wasser stammt aus dem Eindringen von Oberflächenwasser und überwiegend aus unterirdischen Grundwassern. Als das Niederschlagswasser die Hohlräume füllte, entstand einer der tiefsten Seen Ungarns. Ein früherer Einsturz teilte den See in zwei Teile, sodass ein flacherer Abschnitt mit einer tiefsten Stelle von 16–17 Metern und ein tieferer Abschnitt mit einer tiefsten Stelle von etwa 35–36 Metern zu unterscheiden sind. Auf der nordöstlichen Seite des Binnensees ändert sich die Wassertiefe plötzlich, die Stollenniveaus sind auch unter Wasser weiter erkennbar.
Der See hat ein blaugrün‑türkisfarbenes Wasser, dessen Niveau in regenreichen Perioden von Jahr zu Jahr ansteigt und in trockeneren Jahren sinkt. Im See ist das Baden gefährlich und daher verboten. Da das Wasser des Bergbaussee kalt, nährstoffarm und die Fauna ebenfalls dürftig ist, kann dort nicht gefischt werden. Die Wassertemperatur des Sees sinkt unter 15 Meter Tiefe auf 6 °C, jedoch wirkt unterhalb dieser Tiefe der Einfluss äußerer Umgebungsfaktoren nicht mehr, die Temperatur bleibt konstant. Ein Merkmal des Bergbaussees ist das hohe Vorkommen von Sulfat‑Ionen. Die in unseren Gewässern seltene Ionenzusammensetzung sowie der außergewöhnlich hohe Salzgehalt machen das Wasser des Sees einzigartig. Das Sulfat stammt zum Teil aus der Auflösung der Gesteinsbestandteile des Beckens, zum Teil entsteht es durch Oxidation von in den Sedimenten befindlichen Schwefelformen (z. B. Pyrit).
Aus Wasserqualitätsmessungen ging hervor, dass im oberen Bereich des Bergbaussees Kupfer und Barium die bestimmenden Schadstoffe waren, während in den tieferen Punkten Eisen und Mangan vorkamen. Der Schlamm des Bergbaussees enthält über den zulässigen Grenzwerten schwere Metalle, darunter Quecksilber, Mangan, Barium, Blei, Kupfer und Aluminium. Der Grund dafür kann sein, dass an den Seitenwänden des Bergbaussees diese Metalle in großen Mengen vorkommen, freigesetzt werden, jedoch in der Tiefe nicht mehr oxidieren können, sodass ihre Menge künftig weiter zunehmen wird.
Seit den 2000er‑Jahren ist der See zu einem immer bedeutenderen touristischen Ziel geworden, vor allem bei Wanderern, Naturfotografen sowie Hochzeitsfotografen und Filmemachern. Rund um den See führt ein Lehrpfad, auf dem Aussichtspunkte, Informationstafeln, Bänke sowie ein großformatiges Steg zu finden sind.
Tiefe des Sees
Obwohl auf Internetseiten und touristischen Plattformen weit verbreitet ist, dass der See als das tiefste Gewässer Ungarns mit fast 60 Meter Tiefe gilt, erwähnen einige quellenlose Angaben auch Tiefen von 70‑75 Metern; wissenschaftlich fundierte Messungen haben dies nicht bestätigt. Mehrere unabhängige, instrumentelle hydrologische Messreihen bestimmten die tiefste Stelle des Sees mit 34‑36 Metern.
Der See und seine Umgebung in Spielfilmen
Vor der Entstehung des Sees wurde der ungarische wissenschaftlich‑fantastische Fernsehfilm Gyémántpiramis (1985, Regie: Rajnai András) gedreht. Die karge äußere Ausgrabung stellt die Oberfläche eines fremden, unbewohnten Planeten dar.
Der See ist einer der Drehorte – die italienische Posttauben‑Station – des ungarischen Ersten‑Welt‑Krieg-Films Szürke senkik (2016, Regie: Kovács István).
Steckbrief
- Typ
- lake
- Fläche
- 61.450 m²
- Höhenlage
- 236 m
- Benannt nach
- Rudabánya
Fakten von Wikidata.
Schlagwörter
Orte in der Nähe
Quellen
Der Text auf dieser Seite wurde übersetzt aus: Rudabányai bányató (hu.wikipedia.org), Stand: 13 September 2026
Der Text steht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 zur Verfügung.





