Völgységi Múzeum

Kazettatok22 · CC BY-SA 4.0

Kazettatok22 · CC BY-SA 4.0

Kazettatok22 · CC BY-SA 4.0

Das Völgységi Museum wurde am 1. April 1987 in Bonyhád eröffnet. Die Einrichtung ist ein Landschaftsmuseum, das die historischen und ethnografischen Erinnerungen der Völgység verwaltet und im Besitz der Stadtverwaltung von Bonyhád steht, unter der fachlichen Aufsicht des Wosinsky Mór Landkreismuseums in Szekszárd. Seit 2010 dient das Museum als Ausstellungsort für das am 25. Mai 1985 eröffnete Feuerwehrmuseum (Bonyhád, Szabadság tér 12) sowie für den am 16. Juni 2021 übergebenen Perczel-Gedenkraum im Perczel-Anwesen (Bonyhád, Perczel Mór u. 44). Die ständige Ausstellung des Museums wurde 2017 erneuert; die Ausstellung „Haus und Mensch in der Völgység“ zeigt den Lebensstil der Menschen aus der Völgység anhand von Interieurs. Neben den Traditionen der Siebenbürger Sachsen, der Oberungarn und der deutschen Minderheit werden die Geschichte der Familie Apponyi sowie die Welt der Zementindustrie, der Schmiedewerkstätten und der materiellen Kultur der 1950er Jahre wiederaufgenommen. In der Ausstellung über das Jahr 1956 ist der durchgeschossene Personalausweis des Bonyháder Helden, des 16‑jährigen Lehrlings Szakács Jenő, zu sehen, der von seinem Tod zeugt. Besucher können die mittelalterlichen Burgen der Völgység in 3‑D‑Filmen rekonstruieren. Die gotische Kirche von Bonyhád wird in einem Modell dargestellt, das Kirchenschiff wird durch ein großformatiges Wandbild gezeigt. Es wurde ein Modell des Apponyi‑Schlosses in Lengyel sowie der typischen deutschen Fachwerkhäuser erstellt. Das Museum erwartet seine Besucher mit ständig aktualisierten Programmen, temporären Ausstellungen, wissenschafts­popularisierenden Vorträgen sowie Handwerks‑ und Traditionspflege‑Veranstaltungen.

Das Nunkovits‑Honig‑Haus (IVO 4097), das seit 1958 unter Denkmalschutz steht, beherbergt das Hauptgebäude des Völgységi Museums. Das frühere Gemeindehaus ist noch heute mit seiner äußeren Erscheinung aus den 1880er Jahren zu sehen. 2015 wurde die Westfassade des Gebäudes vollständig renoviert.

Geschichte des Museums

Bonyhád, eine Kleinstadt, war um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert nach der Neusiedlung das schnell wachsende Zentrum der Völgység, wo die wohlhabenderen Adligen der Region Wohnhäuser und Gutshöfe errichteten. Der Familie Nunkovits, die zum Besitz der Börsenbürger von Perczel gehörte, gehörte ebenfalls ein Anwesen am Piac-Platz. Die Familienmitglieder waren Ende des 18. Jahrhunderts Grundbesitzer und Bezirksbeamte in den Komturen Tolna und Baranya. Ihr klassizistisches, spätbarockes, mehrstöckiges Wohnhaus wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Auf der Fassade ist noch heute in einem ovalen Medaillon das Wappen der Nunkovits zu sehen. 1904 kaufte der Budapester Unternehmer Albert Honig das Anwesen und das Gebäude. 1945 wurde es Sitz des Siedlungsamtes und anschließend des Zentralen Genossenschaftsbundes der Völgységi Siedler. Nach der Verstaatlichung von 1952 wurde das Gebäude bis zur Einrichtung des Völgységi Museums als Wohnhaus genutzt.

Seit dem 1. April 1987 ist das Szekszárdi Béri Balog Adám Museum Ausstellungsort, heute wird es als eigenständiges Sammlermuseum im Landschaftsbereich von der Stadtverwaltung Bonyhád betrieben.

Die Dauerausstellung

Völgység ist der am stärksten zerklüftete Teil der Süddonau-Berge, liegt nördlich von Mecsek und westlich von Sárköz. Sein Zentrum ist das im östlichen Teil der Landschaft liegende Bonyhádi-Tal.

Anfang des 18. Jahrhunderts besiedelten die Ungarn und Serben das Gebiet nur spärlich. Die Wiederbesiedlung begannen die Grundbesitzer ab den 1710er Jahren, die deutschen Siedlern aus der Pfalz, Hessen, Fulda Gegend Vergünstigungen gewährten. Bis in die 1740er Jahre war das Siedlungsnetz gefestigt, das zu dieser Zeit ankommende schlesische Judentum veränderte es nicht mehr. Die Ungarn waren Katholiken und Reformierte, die Deutschen darüber hinaus Evangelische, die Serben waren griechisch-orthodox. Es ist einzigartig die gemeinsame Sammlung von Gegenständen der fünf Religionen.

Das Museum präsentiert diese einzigartige kulturelle Einheit von Bonyhád und seiner Umgebung.

Die 2015 eröffnete Ausstellung „Haus und Mensch im Völgység“ versucht, den Lebensstil der Menschen aus Völgység durch Innenräume darzustellen. Die Institution gibt in zehn Räumen mit mehr als tausend Objekten, Fotos, Modellen einen Einblick in die Geschichte Völgységs von den 1200er Jahren bis zum 20. Jahrhundert durch Ausstellungen zur Lebensstil-, Industrie- und Technikgeschichte sowie Volkskunde. Neben den Traditionen der Siebenbürger, der Oberungarn und der deutschen Bevölkerung werden die Apponyiak, die Zománcgyár, die Schmiedewerkstätten und unter anderem die materielle Kultur der 1950er Jahre wiederaufgenommen. Im Ausstellungsteil über 1956 ist der durchlöcherte Personalausweis des Bonyhádi-Helden der Revolution, Jenő Szakács, 16‑jähriger Lehrling, zu sehen, der von seinem Tod zeugt. In der Ausstellung zeigen separate Räume die Geschichte der beiden prägenden Unternehmen der Stadt, der Bonyhádi-Schuhfabrik und der Zománcgyár.

Der wertvollste Teil des Apponyi-Salons ist die romantische neobarocke Salongarnitur der Apponyi-Familie aus Lengyel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Pianino wurde in der Wiener Fabrik von Kaspar Lorenz hergestellt. Die einzige adlige Familie von Völgység gehörte zu jener Strömung des ungarischen Adels, die wie die Széchenyys, Eszterházy, Festetic sehr viel für das Aufblühen der ungarischen Kultur getan haben. Ihre herausragendsten Vertreter sind der Staatsmann gr. Apponyi Albert und der Sammler, Bibliophiler und Mäzen gr. Apponyi Sándor. Das Wappen der Apponyi-Familie, die ungarische Tracht, passen gut in den gewölbten Raum. Das Modell des Apponyi-Schlosses ist tastbar.

Ein ungarisches Wohnzimmer aus dem Oberland von Udvard aus dem Jahr 1930, ergänzt um ein Frauenkleidungsstück. Das Schicksal des ungarischen Oberlands wird in Vitrinen von Trianon bis zum Pariser Friedensvertrag (1920–1947) gezeigt. Die ungarische Nationalflagge von Tardoskedd, die Teleki‑sche Carte Rouge (rote Karte) und drei Tonfilme ungarischer Filmberichte belegen ihre Geschichte.

Steckbrief

Typ
museum
Erbaut
1. April 1987

Fakten von Wikidata.

Wird geladen...
Koordinaten: 46.299722, 18.530833In Google Maps öffnen

Schlagwörter

Orte in der Nähe

Quellen

Der Text auf dieser Seite wurde übersetzt aus: Völgységi Múzeum (hu.wikipedia.org), Stand: 2 May 2025

Der Text steht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 zur Verfügung.