Ateshgah of Baku

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Der Ateshgah von Baku (persisch: آتشگاه, Atashgah; aserbaidschanisch: Atəşgah), oft als „Feuertempel von Baku“ bezeichnet, ist ein synkretistischer Tempel in der Stadt Surakhany (im Rajon Surakhany).

Sarah Ashurbeyli weist darauf hin, dass „Atsh“ eine verzerrte Form von „Atesh“ („Feuer“) ist und „Atshi-Baguan“ „Feuer von Baguan“ bedeutet, womit Baku gemeint ist. Das Wort Baguan leitet sich von Baga ab, was im Altpersischen „Gott“ bedeutet, sowie von Bhaga.

Baku verdankt seinen Namen den Formen Bagavan/Bagawan/Baguan/Bhagawan. Zur Zeit der sassanidischen Herrschaft (224–651 n. Chr.) wurde es Bagavan genannt.

„Interessanterweise erwähnt die Avesta keine Feuertempel. Tatsächlich scheint der Tempelkult des Feuers erst im späteren Teil der achämenidischen Zeit entstanden zu sein, also etwa im vierten Jahrhundert v. Chr. Im Zoroastrismus wurden die Tempel der heiligen Feuer auf Hügeln oder erhöhten Plätzen errichtet. Es ist bemerkenswert, dass sich die Zoroastrier, wie von ihrem geistlichen Oberhaupt geboten, nicht selbst als Feueranbeter betrachten. Sie glauben lediglich, dass das Feuer ein Werkzeug der Reinheit und ein Symbol für Wahrheit und Rechtschaffenheit ist, das ihnen hilft, ihre Gedanken auf Ahura, ihren höchsten Gott, zu richten. Wahrscheinlich wurde aus diesem Grund die Feuerbestattung im Zoroastrismus abgelehnt, während sie im Hinduismus zu einem universellen Phänomen wurde.“

„Ātash“ (آتش/Atəş) ist das persische und aserbaidschanische Wort für Feuer. Zoroastrier beten das Feuer nicht an, sondern sehen darin eine Verbindung zu Gott. Der fünfeckige Komplex mit einem Hof, der von Zellen für Mönche umgeben ist, und einem Altar mit vier Pfeilern in der Mitte wurde im 17. und 18. Jahrhundert errichtet. Er wurde im späten 19. Jahrhundert aufgegeben, wahrscheinlich aufgrund des Rückgangs der indischen Bevölkerung in der Region und der Errichtung von Erdölanlagen in Surakhany. Die natürliche ewige Flamme erlosch 1969, nach fast einem Jahrhundert der Erdöl- und Erdgasförderung in der Gegend, und wird heute über eine Gasleitung gespeist.

Der Ateshgah von Baku wurde auch zu einem Pilger- und philosophischen Zentrum der Zoroastrier aus dem nordwestlichen indischen Subkontinent, die über die berühmte „Grand Trunk Road“ Handel mit der Kaspi-Region betrieben. Die vier heiligen Elemente ihres Glaubens waren: ateshi (Feuer), badi (Luft), abi (Wasser) und heki (Erde). Der Komplex wurde 1975 in ein Museum umgewandelt. Die jährliche Besucherzahl des Museums beträgt etwa 15.000.

Der Feuertempel „Ateshgah“ wurde 1998 von Gulnara Mehmandarova für die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste vorgeschlagen. Am 19. Dezember 2007 wurde er per Erlass des Präsidenten von Aserbaidschan zum staatlichen historisch-architektonischen Reservat erklärt.

Etymologie

Das persische Wort Atashgah (in russischer/aserbaidschanischer Aussprache: Atashgyakh/Ateshgah) bedeutet wörtlich „Haus des Feuers“. Der aus dem Persischen stammende Begriff atesh (آتش) bedeutet „Feuer“ und ist ein Lehnwort im Aserbaidschanischen. Gah (گاہ) stammt aus dem Mittelpersischen und bedeutet „Ort“, „Thron“ oder „Lager“. Der Name bezieht sich darauf, dass die Stätte über einem heute erschöpften Erdgasfeld liegt, das einst an sieben natürlichen Austrittsstellen an der Oberfläche spontane Feuer entzündete, sobald das Gas austrat. Ein historischer alternativer Name für Aserbaidschan ist Odlar Yurdu, was auf Aserbaidschanisch „Land der Feuer“ bedeutet.

Der Name Surakhany, die Stadt, in der sich der Ateshgah befindet, leitet sich wahrscheinlich vom persischen Wort suraakh (سراخ) ab, das „Loch“ bedeutet, und könnte somit als „eine Region der Löcher“ gedeutet werden. Alternativ könnte er auch auf das feurige Leuchten der Gegend verweisen, abgeleitet vom persischen Begriff sorkh bzw. surkh (سرخ), was „rot“ bedeutet. Die sanskritische Etymologie von Surakhany vermittelt die Bedeutung „Mine der Götter“, abgeleitet von sura, „Götter“, im Gegensatz zu den Asuras, den Dämonen. Im kaukasischen Tat, der Sprache von Surakhany, die dem Persischen nahesteht, bedeutet Surakhany „Loch mit der Quelle“.

Geschichte

Surakhany liegt auf der Halbinsel Abşeron, die dafür bekannt ist, dass Öl auf natürliche Weise aus dem Boden austritt und Flammen – wie am Yanar Dag – ununterbrochen brennen, gespeist von natürlichen Kohlenwasserstoffdämpfen, die aus dem Gestein entweichen.

Sarah Ashurbeyli weist darauf hin, dass „Atsh“ eine verzerrte Form von „Atesh“ („Feuer“) ist und „Atshi-Baguan“ „Feuer von Baguan“ bedeutet, womit Baku gemeint ist. Das Wort Baguan leitet sich von Baga ab, was im Altpersischen „Gott“ bedeutet, sowie von Bhaga.

„Sieben Löcher mit ewigen Feuern“ wurden von dem deutschen Reisenden Engelbert Kaempfer erwähnt, der Surakhany 1683 besuchte.

Im 10. Jahrhundert erwähnte Estakhri, dass Feueranbeter in der Nähe von Baku lebten, vermutlich auf der Halbinsel Abşeron. Dies wurde vom armenischen Historiker Movses Daschurantsi im 10. Jahrhundert bestätigt, der die Provinz Bhagavan („Felder der Götter“, d. h. „Feuergötter“) erwähnte.

Im 18. Jahrhundert wurde der Atashgah von Zoroastriern besucht. Über der Eingangsöffnung einer der Zellen befindet sich eine in persischer Naskh-Schrift verfasste Inschrift, die vom Besuch der Zoroastrier aus Isfahan berichtet:

Persische Inschrift:

آتشی صف کشیده همچون دک

جیی بِوانی رسیده تا بادک

سال نو نُزل مبارک باد گفت

خانۀ شد رو سنامد (؟) سنة ۱۱۵٨

Transliteration der persischen Inschrift:

ātaši saf kešide hamčon dak

jey bovāni reside tā bādak

sāl-e nav-e nozl mobārak bād goft

xāne šod ru *sombole sane-ye hazār-o-sad-o-panjāh-o-haštom

Übersetzung:

Feuer stehen in einer Reihe

Esfahani Bovani kam nach Badak [Baku]

„Gesegnet sei das üppige Neujahr“, sprach er:

Das Haus wurde im Monat der Ähre im Jahr 1158 erbaut.

Das Jahr 1158 entspricht 1745 n. Chr. Bovan (heute Bovanat) ist das Dorf in der Nähe von Isfahan. Das Wort Badak ist eine Verniedlichungsform von Bad-Kubeh. (Der Name Bakus lautete in den Quellen des 17. und 18. Jahrhunderts Bad-e Kube.) Am Ende des Verweises steht das Sternzeichen Sombole/Jungfrau (August–September). Im Namen des Monats hat der Meister versehentlich das „l“ und das „h“ am Wortende vertauscht. Nach dem zoroastrischen Qadimi-Kalender fiel das Neujahr 1745 n. Chr. in den August.

Steckbrief

Typ
building, religious object, museum
Erbaut
1745
Architekturstil
Shirvan-Absheron architectural school
Denkmalstatus
Tentative World Heritage Site

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Koordinaten: 40.415556, 50.008611In Google Maps öffnen

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Quellen

Der Text auf dieser Seite wurde übersetzt aus: Ateshgah of Baku (en.wikipedia.org), Stand: 31 July 2026

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